Gedanken über das Schenken

Von Christiane Brandes-Visbeck

 

Gestern Abend war ich zu einem Klönabend für Unternehmer und Politiker im Norden Hamburgs eingeladen. Zur Begrüßung trat die Gastgeberin mit einem atemberaubend schönen Blumenstrauß vor ihre Zuhörer und dankte einem Menschen in unserer Mitte - mir. Ich war sprachlos vor Freude. Meine Arbeit wurde öffentlich gewürdigt!

 

Viele Stunden habe ich damit verbracht, die Geschichte der Rugenbergener Mühle in Bönningstedt bei Hamburg nachzuvollziehen und für das Magazin "Dorf-Geflüster" aufzuschreiben. In meiner knapp bemessenen Freizeit habe ich mich mit Zeitzeugen getroffen, in alten Aufzeichnungen gestöbert, historische Fotos ausgewertet und die Nachfahren der einstigen Eigentümerfamilie interviewt. Warum musste einer der erfolgreichsten Brotproduzenten Norddeutschlands, der Erfinder des Lübecker Stollens, von Ideal-Toast und dem Rugenbergner Mühlenbrot, Mitte der 1990er Jahre so unerwartet die Tore schließen? Es bedurfte einiger Arbeitshypothesen und schlafloser Nächte bis sich die Informationsschnipsel zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen fügten.

 

Wer seine Herkunft anerkennt, wird die Zukunft meistern

Als Kommunikationsberaterin und systemischer Coach ist mir bewußt, wie identitätsstiftend die eigene Herkunft für Menschen, Familien, Unternehmen und Vereine ist. Nur diejenigen, die wissen wo ihre Wurzeln sind und was ihre frühen Jahre bestimmt hat, können eine eigene Haltung zum Leben entwickeln. Und dies ganz besonders in unserer schnelllebigen Zeit, in der alles im Fluss ist. Übertragen auf Unternehmen und Organsiationen bedeutet dies: Nur derejnige, der die Kultur der frühen Jahre anerkennt und das Alte im Neuen an den Stellen bewahrt, wo es identitätsstiftend ist, kann heutzutage als Marke überzeugen und am Markt erfolgreich agieren.  

 

Über den Blumenstrauß der einst so erfolgreichen Unternehmerfamilie habe ich mich riesig gefreut. Denn das Anerkennen dessen, was ist, ist eine gute Basis für die jetzt geforderte Neuorientierung im Ort. Gut für die Famile, für die alteingesessenen Bürger und die neu Hinzugezogenen, die die alten Geschichten um die Mühle vielleicht noch gar nicht kannten. In diesem Fall ist die Wertschätzung auch gut für mich. Denn schon in meinem Vortrag "Making Money 2.0 - von Social Media leben" auf der Social Media Week 2013 in Hamburg habe ich dafür plädiert, dass es mehr Zufriedenheit bringt, ein gutes Werk zu verschenken als die eigene Arbeit unter Wert zu verkaufen. 

 

Welches auch die Gaben sein mögen, mit denen Du erfreuen kannst, erfreue. 

Ovid

 

Mit guten Leuten zu arbeiten, ist ein Geschenk

In dieser Woche habe ich noch ein Geschenk überreicht bekommen: eine Flasche spanischen Rotwein vom Rotary Club-Lombardsbrücke. Dort habe ich einen gut besuchten Vortrag über "Coole Kids, Content und Coca Cola" gehalten. Für mich war es spannend zu erleben, wie erfolgreiche Businessleute sich mit dem Thema Digitale Kommunikation auseinander gesetzt haben. Ihre Fragen waren intelligent formuliert und zumeist aus der Praxis geboren. Mal wieder habe ich gespürt, wie viel Freude mir die Auseinandersetzung mit schnell denkenden, klugen Menschen bereitet. Auch das ist ein Geschenk.

 

Wenn Du Guten etwas schenkst, dann schenkst Du einen Teil Dir selber. 

Publius Syrus

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Intelligent Kids (Dienstag, 25 Juli 2017 08:53)

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